Kirchengemeinde Vahlhausen

Andacht

"Der Engel des HERRN rührte Elia an und sprach:
Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir."

1. Könige 19,7

Gott schickt seinen Engel
Elia ist auf der Flucht. Er hat Todesangst, fürchtet den Zorn der heidnischen Königin Isebel. Mit den Mächtigen des Landes hatte sich der Prophet angelegt. Im göttlichen Auftrag sollte er den Baalskult beenden, den Isebels Priester betrieben. Den Wettstreit mit ihnen hatte er für sich entschieden. Doch in seinem Eifer ließ er hinterher alle 450 Baalspriester umbringen. Jetzt trachtet ihm Isebel nach dem Leben.
Bis tief in die Wüste hinein ist Elia den Tag über gelaufen. Allein, ohne Rast und ohne Wasser und Brot. Am Abend setzt er sich erschöpft unter einen Ginsterbusch. Elia ist am Ende. "Es ist genug!", fleht er Gott an, "so nimm nun meine Seele." Elia wünscht sich zu sterben. Doch während er schläft, schickt Gott seinen Engel zu Elia. "Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir", sagt dieser zu ihm. Neben Elias Kopf liegen geröstetes Brot und ein Krug Wasser.
"Unser tägliches Brot gib uns heute", beten Christen im Vaterunser. Diese Bitte mag heute schwer nachvollziehbar sein, wenn Essen allgegenwärtig und im Überfluss vorhanden ist. LebensMittel hat Gott Elia gegeben. Das, was er zum Überleben in der Wüste braucht. Gott hat Elias Leib gestärkt und damit zugleich seine Seele. Er hat ihm neuen Lebensmut gegeben, neue Kraft in einer scheinbar ausweglosen Situation. Gott hat seinen Engel geschickt. Eine starke Hoffnung für jeden Einzelnen von uns: Dort wo wir verzweifelt sind und nicht mehr allein weiter können, dorthin schickt Gott seinen Engel.

Detlef Schneider