Kirchengemeinde Vahlhausen

Andacht

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.
Lukas 1,78-79


Gott neigt sich zur Erde
Noch sitzen wir in der Finsternis und bereiten uns in den Wochen des Advents auf den himmlischen Besuch vor. Ankündigung und Hoffnung bestimmen diese Zeit, gestärkt durch die Gewissheit, dass Gottes Liebe wie lebensspendendes Licht aufgehen wird.
Theologisch wird hier der letzte Prophet angekündigt, der die Ankunft des Messias, des Retters der Welt begleiten und persönlich erleben wird: Der Priester Zacharias freut sich über die Geburt seines Sohnes Johannes, des künftigen Täufers, der ihm und seiner Frau Elisabeth noch im Alter geschenkt wurde.
Bemerkenswert ist, dass dort, wo der Prophet Jesaia von Gottes Herrlichkeit berichtet (Jesaia 60,2), Zacharias in seinem sinngemäßen Zitat menschliche Gefühle, Sehnsüchte und Vorstellungen benennt: Die Herrlichkeit des Herrn wird zu Gottes herzlicher Barmherzigkeit. Und Gott erscheint auch nicht wie die Sonne, sondern er kommt selber zu Besuch und wird so die Welt erleuchten und seine Menschen auf den Weg des Friedens führen.
Dass Gott als Mensch zu uns kommt, darauf warten wir im Advent, darauf bereiten wir uns in vorweihnachtlicher Freude vor. Gott wird unser Leben hell und friedlich machen, weil er barmherzig nach uns sieht und nicht urteilt, ob wir alles richtig gemacht haben. Seine Liebe ist größer als unser gutes Wollen. Gott neigt sich zur Erde wie das aufgehende Licht aus der Höhe, wird sichtbar, greifbar und heilt, was beschädigt und verfinstert war.

Karin Bertheau
Foto: Lotz